4. September 2026 | 4 Min. Min Lesezeit
Neue EU-Pflicht für Shops ab dem 27. September
Wir zeigen, was gilt, wo die Labels hin müssen und wie ihr euren Shop rechtzeitig vorbereitet.

Am 27. September 2026 wird der gesetzliche Gewährleistungshinweis Pflicht: für jeden Online-Shop, der physische Waren an Verbraucher verkauft. Ohne Übergangsfrist.
Dazu kommt das GARAN-Label, das Produkte mit einer langen Herstellergarantie kennzeichnet. Das klingt nach Kleingedrucktem, ist aber eine handfeste Informationspflicht mit Abmahnrisiko. Die gute Nachricht: Der Aufwand bleibt überschaubar, wenn ihr jetzt mit der Bestandsaufnahme startet.
Wir erklären, was gilt, wie sich die beiden neuen Kennzeichnungen unterscheiden, wo sie in eurem Shop auftauchen müssen und was das konkret für euch bedeutet.
Was genau ändert sich am 27. September?
Die EU führt zwei europaweit einheitliche Kennzeichnungen ein: den gesetzlichen Gewährleistungshinweis und das GARAN-Label. Beide sollen Verbrauchern helfen, ihre Rechte auf einen Blick zu erkennen – unabhängig davon, in welchem Land oder bei welchem Händler sie kaufen. Rechtsgrundlage ist die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825, die konkrete Ausgestaltung regelt die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960.
Wichtig zu wissen: Wortlaut, Schrift und Farbe der Labels sind fest vorgegeben. Ihr dürft daran nichts anpassen und müsst die korrekte Sprachversion einbinden.
Betroffen ist jeder Online-Shop mit B2C-Verkauf physischer Waren, unabhängig von Größe, Branche und eingesetztem Shopsystem. Der Gewährleistungshinweis gilt für praktisch jedes Produkt; das GARAN-Label nur für Artikel mit einer freiwilligen Herstellergarantie von über zwei Jahren. Reine Anbieter digitaler Produkte oder Dienstleistungen sind nicht betroffen.
Der Unterschied zwischen Gewährleistungshinweis oder GARAN-Label
Die beiden Kennzeichnungen haben unterschiedliche Aufgaben. Wer sie sauber auseinanderhält, spart sich Umwege.
Der Gewährleistungshinweis ist der Regelfall.
Er ist ein allgemeiner Pflichthinweis und begleitet praktisch jede physische Ware im B2C-Verkauf. Er informiert darüber, dass für alle in der EU verkauften Konsumgüter ein gesetzlicher Gewährleistungsanspruch von mindestens zwei Jahren besteht.
Er gehört auf Shop-Ebene und muss vor dem Kaufabschluss sowie in der Bestellbestätigung sichtbar sein.
(deutsche Fassung). Quelle: Europäische Union.
Das GARAN-Label ist die Ausnahme.
Es kommt nur dann ins Spiel, wenn ein Hersteller freiwillig eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren für das gesamte Produkt gibt.
Dann müssen Marke, Modellkennung und Garantiedauer produktspezifisch ausgewiesen werden – auf der Produktseite, im Warenkorb und in der Bestellbestätigung.

Quelle: Europäische Union.
Hier müssen die Hinweise in eurem Shop auftauchen
Damit die Umsetzung rechtssicher ist, kommt es auf die Platzierung an:
- Produktseite: Das GARAN-Label gehört dorthin, wo die Kaufentscheidung fällt. Also gut sichtbar in der Produktdarstellung.
- Checkout: Der Gewährleistungshinweis muss vor dem Kaufabschluss erscheinen.
- Bestellbestätigungs-Mail: Auch hier gehört der Hinweis hin, das GARAN-Label bei betroffenen Produkten ebenso.
Falsche Platzierung, die falsche Sprachversion oder ein verändertes Label sind angreifbar und Wettbewerber können ein Fehlen abmahnen.
Ob Shopware, Shopify, Magento oder WooCommerce: die neue EU-Pflicht betrifft alle Shopsysteme
Die neue Pflicht betrifft jeden Online-Shop mit B2C-Verkauf, unabhängig von der eingesetzten Technologie. Shopware zum Beispiel liefert eine native Unterstützung ab Version 6.7.14 und als Backport für Shopware 6.6, in allen Plänen einschließlich der Community Edition. Der Gewährleistungshinweis erscheint dann automatisch im Checkout und in den Bestätigungsmails, in allen 24 EU-Sprachen.
Der Haken: „läuft automatisch mit" gilt nur für den Standard. Bei individuell gebauten Themes und Templates greift das nicht von selbst. Genau hier lohnt sich der genaue Blick, bevor es knapp wird.
Was jetzt zu tun ist:
Sortiment prüfen:
Garantie-Infos einholen:
Produktdaten pflegen
Shop technisch vorbereiten
Individuelle Templates gezielt prüfen:
Für individuell gebaute Shops zählt jetzt die saubere Umsetzung
Bei Standard-Themes bringt ein Update die neuen Hinweise in der Regel mit. Bei individuell entwickelten Shops fängt die Arbeit genau da an. Das gilt besonders für die Schnittstellen: Kommen eure Produktdaten aus einem ERP oder PIM, gehört der Import so erweitert, dass die Laufzeit der Herstellergarantie automatisch mitkommt. Sonst pflegt ihr die Daten doppelt oder sie landen am falschen Produkt.
Wir schauen uns euren Shop an: welche Produkte betroffen sind, wie die Hinweise sauber in Produktseite, Checkout und Bestätigungsmails kommen und wie die Garantiedaten aus eurem System zuverlässig am richtigen Artikel ankommen. Und zwar ohne euer Layout zu sprengen.
Wer die Bestandsaufnahme früh angeht, bleibt rechtssicher und erspart sich unnötigen Stress.
Fragen zur Umsetzung in eurem Shop?
Wir sehen uns euren Shop an und sagen euch konkret, was zu tun ist. Lasst uns sprechen.
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