Alternative zu Google Analytics: Matomo

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Google Analytics wird von vielen Unternehmen genutzt, um die Leistung ihrer Webseiten zu analysieren. Da hierfür aber stets die Daten der Leser:innen an den amerikanischen Konzern übermittelt werden, suchen viele Seitenbetreiber:innen nach einer Alternative. Eine sehr gute Alternative bietet die Open Source Lösung Matomo.

Webseitenanalyse ohne Datenlecks

Matomo bietet Euch die Möglichkeit, die Webseitenanalyse vollständig auf Euren eigenen Servern durchzuführen. Dies ist gleich in mehreren Aspekten positiv für Euch. Zum einen könnt Ihr sicher sein, dass die von Euch erhobenen Daten nicht unerlaubt bei Dritten landen, was die DSGVO fordert. Bei Google Analytics, welches die gesammelten Daten an Server in den USA versendet, ist dies nicht der Fall. Da Ihr zudem Matomo so konfigurieren könnt, dass Ihr keine Cookies mehr benötigt, wäre auch der Cookie Banner in dieser Hinsicht nicht mehr notwendig. (Genaue Entscheidungen bezüglich der statt Cookies genutzten Device-Fingerprint-Technik stehen derzeit noch aus.) Besonders schützenswerte Daten wie etwa konkrete IP-Adressen werden bei Matomo sorgfältig anonymisiert.

Tracking ohne Cookies

Da in der DSGVO ein berechtigtes Interesse zur statistischen Datenerhebung der Websitebetreiber:innen zugestanden wird, kann diese mit Matomo auch ohne Zustimmung der Besucher:innen im Hintergrund stattfinden. Bei Google Analytics ist dies nicht der Fall, da es die DSGVO untersagt, diese Daten mit Dritten wie Google zu teilen, insbesondere wenn die Daten dabei auf US-Servern landen. Ohne die verlorenen Daten derer, die das Tracking im Cookie-Banner ablehnen, sammelt Matomo deutlich mehr Besucherdaten als Google Analytics.

Ihr seid Eigentümer Eurer Daten

Alle mit Matomo erhobenen Daten bleiben zu 100 % in Eurem Besitz. Damit könnt Ihr sicher sein, dass sie keinem Drittanbieter zum Kauf angeboten oder anderweitig genutzt werden. Auch liegt es in Eurer Entscheidung, wie lange die Daten auf dem Server bleiben. Ein wichtiger Aspekt des Datenschutzes ist, dass Daten, die nicht mehr benötigt werden, vollständig zu löschen sind. Als alleinige/r Eigentümer:in der Daten könnt Ihr selbst entscheiden, wie lange Ihr welche Datensätze benötigt. Auch die sichere Vernichtung der Daten habt Ihr auf Eurem eigenen Server besser in der Hand.

Stimmt die Leistung von Matomo?

Ihr fragt Euch sicherlich, ob Matomo denn auch die Leistung erbringen kann, die Ihr von Google gewohnt seid. Nach unserer Erfahrung bietet Matomo alle relevanten Analysedaten bereits in seiner Grundfunktion. Mit der Zustimmung der Besucher:innen lässt Matomo es sogar zu, jede Mausbewegung der einzelnen Nutzer:innen zu tracken und so genau zu erfahren, ob zum Beispiel Texte wirklich gelesen wurden, in welchem Zeitraum Personen mehrfach auf Eure Seite kommen und ähnliches. Diese Möglichkeiten gehen teilweise sogar über die Angebote von Google Analytics hinaus. Außerdem existieren Erweiterungen, mit denen auch Tools wie A/B-Tests, Heatmaps oder Kohortenanalysen möglich sind.

Was Google Analytics besser kann

Einen kleinen Nachteil hat Matomo allerdings: Da Ihr allein über Eure Daten verfügt, müsst Ihr auch mit den allein erhobenen Daten auskommen. Mit Google Analytics teilt Ihr zwar alle Eure Daten mit dem amerikanischen Konzern, doch dafür erhaltet Ihr auch einige Daten zurück. Da Google sehr verbreitet ist, stehen auch Informationen über die Nutzergruppen zur Verfügung, die Ihr allein nie erfahren könntet. Sofern mehr als eine Person pro Woche auf Eurer Seite landet, erfahrt Ihr zum Beispiel das geschätzte Alter, das Geschlecht oder den sozialen Hintergrund Eurer Leser:innen. Für eine detaillierte Zielgruppenanalyse können diese Daten sehr wertvoll sein.

Was Matomo besser kann

In einem direkten Vergleich der Analyseergebnisse kann Matomo allerdings einen wichtigen Trumpf ziehen: Während Google Analytics grundsätzlich auf Javascript basiert, könnt Ihr Matomo auch über andere Schnittstellen laufen lassen. Dies ist dann von Vorteil, wenn Adblocker oder ähnliche Schutzprogramme das Tracking über Skripte blockieren. Wenn Ihr schon einmal festgestellt habt, dass Eure Webanalysedaten nur schlecht mit Euren tatsächlich erzielten Umsätzen in Einklang zu bringen sind, könnte dies an genau diesem Umstand liegen.

Fazit

Wenn Ihr bei Eurem Webangebot Wert auf Datenschutz legt, solltet Ihr einen Umstieg Eurer Analyse auf Matomo in Erwägung ziehen. Auch die Cloud-Version und das WordPress-Plugin garantieren Euch einen Verbleib aller Daten innerhalb der EU und somit eine DSGVO-konforme Analyse der Nutzerdaten. Falls die DSGVO für Eure Seite keine Einschränkung darstellt, empfehlen wir den parallelen Einsatz beider Tools, um die Vorteile dieser vereint nutzen zu können.

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